Donnerstag, 3. Februar 2011

Tag 3 in Namibia - Auf dem Weg zur Atlantikküste

Es war eine Horrornacht, aber es sollte die einzige während unserer Rundreise bleiben. Zum Glück.

Als ich den Vorhang zur Seite ziehe, stehen 2 Antilopen vor dem Fenster. Ich sage Fünkchen, dass wir Besuch haben, aber sie glaubt es zunächst nicht. Dann kommt sie doch zum Fenster. Wir versuchen noch, beide Tiere mit der Kamera zu erwischen, aber richtig gut gelingt uns das nicht.


Beim Frühstück erzählen wir natürlich was in der Nacht passiert ist. Malise lauscht unserer Erzählung und überlegt einen Moment. An einen Skorpion glauben wir alle nicht so recht, aber es könnte eine Art Spinne gewesen sein, meint er. Auch das Buch mit allen möglichen Krabbeltieren der Welt, welches Malise immer im Bus dabei hat, bringt uns nicht weiter.

Nun geht es weiter Richtung Osten. Durch Regenfälle in den Bergen ist unser direkter Weg unterbrochen und wir laufen ein paar Meter durch das Flussbett. Dabei machen wir Fotos vom Sand, der durch das Wasser besondere Formen angenommen hat. Malise nimmt dann, durch die Natur erzwungen, einen Umweg, der uns ca. 1 Stunde Zeit kostet.

Wir kommen auch wieder an der Talsperre vorbei. Diesmal können wir aber die Straße nebenan benutzen.




Am Mittag machen wir Rast in Aus, wo wir uns auf die Terrasse des einzigen Restaurants setzen und etwas trinken.



Kurz vor Aus haben wir übrigens noch an einer Fleischerei gehalten und Biltong probiert. Ein ganz leckeres Trockenfleisch, welches es überall in Namibia zu kaufen gibt und sich wunderbar für lange Autoreisen eignet. Wir hatten es uns schon am 1. Tag in einem Supermarkt gekauft. Fünkchen hat sich dann überzeugen lassen es auch zu probieren und sich später sogar noch 2 Tüten mit nach Deutschland genommen.



Nun geht es weiter Richtung Pazifik und wir erreichen nach einiger Zeit den Ort Lüderitz an der Küste. Schlagartig ist es frisch und bewölkt. So ging es aber auch anderen Touristen, die ihre Ankunft in Lüderitz beschrieben.

Das Hotel selbst ist schön und unser Zimmer hat echten Meerblick, denn das Hotel und das Meer trennt nur 1 Meter und wir können vom Balkon direkt gerade hinunter auf die riesigen Steine schauen, an denen die Wellen gebrochen werden. Dass die Betten getrennt voneinander standen fand ich allerdings blöd.

Was hier ein wenig stört ist die Abgelegenheit des Hotels. Man sollte nur in Gruppen in Richtung Innenstadt gehen, denn überall stehen windige Gestalten herum die dir irgendetwas verkaufen oder irgendetwas haben wollen. Nur nicht stehenbleiben! Malise empfiehlt uns auch, dass wir nur bis zum Hafen (etwa 10/15 Minuten Fußweg) entfernt gehen, aber nicht weiter hinaus. Dort wäre es für Touristen nicht sicher genug. Zumindest mich beschleicht ein mulmiges Gefühl.

Wir waren natürlich auch am Hafen, aber auf dem Rückweg liefen uns 2x Kinder hinterher und wir verstanden nicht so recht was sie wollten - wahrscheinlich Geld. Mir gefiel dieser Ort überhaupt nicht und ich war froh, dass wir am nächsten Tag weiterreisten. 

Der Tag davor ... 

Der Tag danach ...

Mittwoch, 2. Februar 2011

Der 2. Tag in Namibia - Ab in den Süden

Das 1. Frühstück in Namibia und wird sind dabei nicht 10 km über dem Boden wie noch am Vortag. Die 1. Nacht in Namibia war toll und der Sonnenaufgang ist wunderschön. Viele neue Geräusche. Wir haben nun 2 Wochen lang jeden Tag ein Frühstücksbuffet. Dieses hier, in der Anib Lodge, nehmen wir draußen ein. Das Wetter ist wunderschön und die Luft trotz der frühen Stunde schon sehr mild.

Tipp: In der Anib Lodge gibt es schöne Safari-Lederhüte. An solche Hüte kamen wir während unserer Rundreise erst in Swapokmund wieder. Hätte ich das gewusst, hätte ich ihn bereits in der Anib-Lodge gekauft. So aber dachte ich, ich finde noch etwas besseres und man soll ja nicht gleich das erstbeste nehmen was man sieht. So dachte ich zumindest.

Nach dem Frühstück Aufbruch Richtung Fish Canyon River und 2. Lodge. Auf dem Weg dorthin schon nach kurzer Fahrt ein Stopp. Malise erklärt uns auf einer Karte die geologischen und geografischen Eigenheiten von Namibia, und warum es dort so aussieht und dort so. Ein sehr interessanter Beitrag!

Weiter geht es zum Köcherbaumwald. Den Namen trägt diese von seltsamen Steinen und den Bäumen, die eine Gattung der Aloen darstellen (Aloe Vera - dämmerts?). Aus bzw. in den Stämmen dieser Bäume - auf Afrikaans "Kokerboom" - stellten die Ureinwohner ihre Pfeilköcher her. Als erste Europäer das heutige Namibia erreichten, nannten sie die Bäume nach diesem Zweck: Köcherbäume.

Außerdem wird man dort von seltsamen Skulpturen begrüßt. Es scheint eine Art Kunst zu sein, der tiefere Sinn erschloss sich jedoch nicht.


Weiter geht es Richtung Tagesziel. Dabei überqueren wir auch eine Talsperre, weil die parallel verlaufende Straße nach Überflutung gesperrt ist. Das Wasser kommt aus den Bergen, wo teilweise viel mehr Regen niedergeht als in den flachen Steppen.

Auf der Weiterfahrt sehen wir auch einen der sehr langen und sehr seltenen Güterzüge, der sich extrem langsam durch die endlos scheinende Steppe zieht. Auch Springböcke sind immer wieder entlang der Strecke zu sehen. Ebenso Strauße und Perlhühner.

Gegen 15 Uhr erreichen wir das Canon Roadhouse. Das ist zwar noch nicht unser Ziel, aber es bietet ein sehr schönes Fotomotiv und die Möglichkeit auf ein kühles und prickelndes Getränk - abgesehen vom kalten Wasser ohne Kohlensäure im Bus.


Weiter geht es Richtung Fish River Canyon - dem zweitgrößten Canyon der Welt (direkt nach dem Grand Canyon in den USA). Wir erreichen ihn gegen 16 Uhr und gleichzeitig auch den absolut südlichsten Punkt unserer Namibia-Rundreise. Er ist wirklich gigantisch und verdammt tief. Unser Reiseleiter ermahnt uns, nicht zu dicht an den Abgrundrand zu gehen und erzählt uns auch von Touristen, die nicht mehr lebend zurückkehrten. Uns wird schon ein wenig mulmig und ich achte darauf, dass Fünkchen immer in meiner Nähe bleibt.

Auf der anderen Seite des Canyon sehen wir eine schwarze Gewitterfront. Sie wird uns erst einholen, wenn wir schon in der Lodge sind. Diese erreichen wir gegen 18 Uhr. Die Lodge nennt sich Cañon Village und sieht aus wie eine Westernstadt. Die Bungalows sind als riesiger Kreis unterhalb gigantischer Felsformationen angeordnet. Es gibt auch einen Swimmingpool, aber das Wetter spielt nicht so recht mit.

Eigentlich ist noch ein Ausflug auf einen nahen Felsen geplant, doch schon nach 500 Metern erreicht uns besagtes Gewitter und wir flüchten zurück zur Lodge. Dort entstehen dann fantastische Aufnahmen vom Gewitter - in Kombination mit den Wolken, der Sonne, dem Regen und mehreren Regenbögen übereinander. Das habe ich in Europa noch nie gesehen.




Später gehen wir in unsere Hütte (Bungalow) und essen etwas und trinken Tee. Einen Wasserkocher und Tee gibt es in fast allen Lodges und Hotels in denen wir in den 2 Wochen übernachten.

Am Abend noch ein kurzer Abstecher ins Hauptgebäude um nach Souvenirs zu schauen. Wir finden beide eine Kleinigkeit. Auf dem Rückweg begegnen wir Malise. Er zeigt uns einen toten Skorpion. Es ist ein kleiner Skorpion. Er soll gefährlich sein und gegen sein Gift soll es noch kein Mittel geben. Uns wird bei diesen Worten wirklich anders!




In der Nacht dann der Horror. Fünkchen weckt mich und ruft, dass etwas riesiges auf ihrer Hand gesessen habe und sie konnte es in einer Reflexhandlung von selbiger runterschießen. Nun krabbelt es auf dem Boden herum. Es macht leise klappernde Geräusche beim Laufen. Durch die Tür kann es nicht gekommen sein, dafür ist es zu groß. Dann sehe ich es. Es bewegt sich schnell über den Boden durch den Raum, aber es ist beim besten Willen (trotz Licht) nicht zu erkennen worum es sich handelt. Ich nehme einen Schuh in jede Hand - zu allem bereit. Das Ding kommt zurück. Ich schlage mehrmals darauf ein. Tot. Es bleibt liegen wo ich es erschlagen habe.

Wir können in dieser Nacht beide nicht mehr schlafen und lassen das Licht brennen. Fünkchen hat Angst und sie tut mir leid. Ich versuche locker zu wirken und das ganze herunterzuspielen, aber in mir schlägt auch ein zweites - ängstliches - Herz. Irgendwann nicken wir dann doch wieder ein.


Dienstag, 1. Februar 2011

Ankunft in Namibia

Gegen 2 Uhr Morgens sehe ich in Richtung Süd-Süd-Ost einen extrem hellen Stern (nicht der Mond). Nach meiner Rückkehr in Deutschland nutze ich Stellarium und sehe, dass es die Venus war. Auf der südlichen Halbkugel der Morgenstern - im Norden der Abendstern. Frühstück gegen 05:30 Uhr. 

Der Landeanflug ist etwas merkwürdig. Der Pilot bringt den Vogel mehrmals in eine ziemliche Schieflage um die Flugbahn zu korrigieren. Fünkchen nimmt meine Hand. Pünktlich um 07:25 Uhr Ortszeit in Windhoek setzen wir auf.

Die Stewardessen winken zum Abschied. Vielleicht sind sie aber auch nur froh, dass sie uns los sind.

Die Passkontrolle geht zügig voran. Als man die Fluggäste bemerkt, werden sofort 2 weitere Sicherheitsschleusen geöffnet. Dahinter wartet unser Reiseführer Malise (gespr. Mällis).

Erste Erkenntnis: Inkl. Reiseleiter sind wir nur 8 Leute auf dieser 2-wöchigen Rundreise. Sehr angenehm. Grund: Regenzeit. Realität: Schönes Wetter fast jeden Tag und viel Action wenn es dann doch mal runterkommt. Später mehr dazu.

Zweite Erkenntnis: Wir müssen sofort Geld tauschen. Am Flughafen ist das günstig.

Der kleine Reisebus für max. 12 Personen (inkl. Fahrer) wartet bereits vor dem Flughafen. Malise ist nicht nur Reiseleiter, sondern auch unser Fahrer, der Mechaniker und der Ansprechpartner für alle Probleme während der Reise.

1. Stopp ist Windhoek. Wir parken im Zentrum und gehen in ein Restaurant. Dort Begrüßung und Besprechung der Reiseroute in der 1. Woche. Man stellt sich gegenseitig vor. Danach bekommen wir 2 Stunden Zeit uns in Windhoek umzuschauen. Bis auf viele schöne dunkelhäutige Menschen zunächst nichts besonderes.

Wiedersehen am Bus. Es geht Richtung Süden. Zwischenstopp in Kalkrand. Viele Kinder die sich gern fotografieren lassen. Außerdem ein Eselgespann. Namibische Bezeichnung: Kalahari Ferrari. Es gelingen tolle Aufnahmen von Mensch und Tier.

Weiterfahrt Richtung Anib Lodge, die wir gegen 15:45 Uhr erreichen. Nach kurzer Einführung und Zimmerbezug (wunderschön!) legen wir uns an den Swimmingpool. Wir sind allein. Wie gesagt: Regenzeit - mit viel Sonnenschein!



Danach Rundgang durch die Lodge - bewaffnet mit unseren Kameras. Später auf dem Zimmer kleines Abendbrot mit mitgebrachten bzw. unterwegs gekauften Sachen. Die ersten Karten Richtung Heimat werden geschrieben und später an der Rezeption abgegeben. Nicht alle Karten kommen an. Die, die ankommen, brauchen 4 Wochen.

Der Tag davor ... 

Der Tag danach ...

Aufbruch nach Namibia

Nachts kaum geschlafen - am Morgen dann verschlafen. Fünkchen war zu Recht sauer auf mich. Trotzdem hatten wir noch ausreichend Zeit um den Flughafen in Frankfurt/Main zu erreichen, denn ich hatte extra einen frühen Zug ausgewählt - sicher ist sicher.

Auf dem Flughafen gegen 16 Uhr angekommen und zunächst den Check-In-Schalter von Air Namibia gesucht. Der öffnete sogar schon 20 Minuten nachdem wir den Flughafen betreten hatten und wir waren die ersten die ihre Boardkarten erhielten. Sind dann noch lange Zeit auf dem Flughafen herumgeschlendert. Für mich eine unruhige Zeit, da es mein 1. Flug überhaupt war - und dann gleich 10 Stunden (deshalb auch die schlaflose Nacht zuvor).

Gegen 19:50 Uhr Beginn des "Boarding". 20:10 Uhr "Boarding" bereits abgeschlossen - Maschine startet 15 Minuten früher. Fünkchen nimmt meine Hand um mich zu beruhigen - es wirkt! Wir heben ab - ich bleibe ruhig. Tiefe Atemzüge helfen.

Nach dem Start gibt es alkoholische Getränke - Fünkchen genehmigt sich gleich mehrere. Gegen 22:10 Uhr wird das Abendbrot an Board serviert - besser als sein Ruf.

Später gehen alle Lichter nach und nach aus. Das Flugzeug ist nicht mal bis zur Hälfte belegt. In Namibia herrscht "Regenzeit" - nicht beliebt bei Deutschen.

Fünkchen legt sich schlafen - Platz ist genug im Flugzeug. Ich bleibe sitzen und lese. Bei minimalen Turbulenzen gerate ich leicht in Panik, bleibe aber ruhig. Fünkchen schläft tief und völlig unbeeindruckt. Schaffe es trotz aller Ängste ein paar Stunden zu schlafen. Besonders bequem ist es natürlich nicht, aber ich bin dankbar, dass das Flugzeug nicht voll ist.